Die Jungfreisinnigen der Stadt Zürich nehmen mit Befremden Kenntnis von der Weigerung des Stadtrats vom letzten Freitag, der Gastronomie zu helfen. Wir fordern unkomplizierte, echte Hilfe für die durch Corona gebeutelte Gastrobranche der Stadt Zürich, und verurteilen unnötige Bürokratie und Spitzfindigkeit, sowie die generell innovationshemmende Haltung der Stadt.

Die Gastrobranche ist eine für ein funktionierendes Stadtleben existenzielle Branche. Dieses Jahr konnte durch die corona-bedingte zeitweise Schliessung der Betriebe festgestellt werden, wie leer und langweilig sich die Stadt ohne die zahlreichen kleineren und grösseren Betriebe anfühlt. Nicht nur nehmen diese eine immens wichtige Rolle für das Quartierleben ein, sondern sie geben auch vielen Leuten Arbeit. Letztlich ist die Gastronomie eine der grössten und wichtigsten Branchen in unserer Stadt. Es ist endlich an der Zeit, dass diese auch in schweren Zeiten die Wertschätzung vonseiten Politik bekommt, die sie verdient hat.

In der Medienmitteilung vom letzten Freitag stellt sich die Stadt als Retter in dunklen Zeiten dar. Dem ist vehement zu widersprechen. Die Stadt hilft der Branche nicht, viel mehr schadet sie ihr. 

Der Stadtrat ist der Branche zwar entgegengekommen, was die Bewirtung der Aussenplätze betrifft, dies ist zu begrüssen. Da hört das Entgegenkommen aber schon auf. Es kann nicht sein, dass für ein Zelt weiterhin ein Baugesuch eingereicht werden muss, das bearbeitet wird, wenn es sowieso schon obsolet geworden ist, da der Frühling beginnt. Vereinfachte und unbürokratische Bewilligungen für das Erstellen von temporären Bauten wie zb Zelte, tun hier Not. Denn insbesondere diesen Winter und Herbst, aufgrund der in Innenräumen grösseren Ansteckungsgefahr durch das Coronavirus, wäre es imminent wichtig, dass den Wirten die Möglichkeit gegeben wird Ihre Gäste draussen, aber trotzdem wettergeschützt, zu bewirten.

Weiter fordern wir, dass Heizpilze diesen Winter ausnahmsweise erlaubt sein sollen. So kann den ganzen Winter durch ein Betrieb draussen aufrecht erhalten werden. Es gibt ökologische Alternativen zu den von Gas betriebenen Heizpilzen, welche mit Holzpellets heizen. Nicht nur würden davon die Wirte und die Gäste profitieren, sondern viel mehr würde die Innovation des Schweizer Herstellers derselben honoriert. Gäste haben Angst, drinnen zu sitzen, was sie von einem Besuch in ihrem Lieblingsrestaurant oder ihrer Lieblingsbar abhalten könnte. Leider sieht dies der Stadtrat anders, ansonsten würden ihm nicht immer weitere Möglichkeiten einfallen, um die Gastrobranche zu verärgern und zu behindern. Keine Lösung sehen wir in einer allfälligen Subvention von Heizkissen, wie es die Stadt Bern mit negativem Vorbild vormacht.

Die Gastrobranche leidet massiv unter den Einnahmeverlusten während Corona und soll die Gelegenheit erhalten, zumindest einen Teil davon wieder wettzumachen.

Die gewerbefeindliche Linie zieht sich wie ein roter Faden durch die Politik des aktuellen Stadtrats und ist eine direkte Folge der rot-grünen Klientelpolitik. Die Stadt war nicht in der Lage, die durch den Gemeinderat bewilligten und gewünschten mediterranen Nächte durchzuführen. Dies ist einer Grossstadt wie Zürich unwürdig. Es ist Zeit, dass die SP-nahen IGs und Quartiervereine, welche aufgrund vom kleinsten Lärm fuchsteufelswild werden,  endlich an Macht verlieren und wieder konsensorientierte, das Wichtige im Auge behaltende, Politik überhand nimmt.

Das Verhalten der Regierung ist zudem äusserst widersprüchlich, unterstützt man doch auf der einen Seite die Branche mit Krediten, damit sie diese schwierige Zeit überlebt, andererseits reguliert man sie aber zu Tode und verhindert so die Möglichkeit, dass die Betriebe organisch überleben können. Unternehmern soll die Möglichkeit gegeben werden, auf die veränderten Umstände einfach und rasch zu reagieren, damit sie weiterhin ihren Angestellten eine sichere Arbeitsstelle bieten können.